Ich hab zwar nicht jede Zeile haarklein studiert und hab auch gerade keine Patentlösung für euch, aber so ein paar Kleinigkeiten fallen mir spontan ein.
BigAl hat ein Bild von seiner Nockenwelle gezeigt. Sie ist an den Seiten schräg angeschliffen. Bisher kannte ich diese schrägen Kanten nur von der 1,6er Nockenwelle. Alle 1,9er Wellen, die ich bisher in den Händen hatte, hatten diese schrägen Kanten nicht. Es gab höchstens 2 oder 3 Ausnahmen, wobei ich da nicht sagen kann, ob es vielleicht vom Baujahr abhängig war, oder ob die Welle schon mal (gegen eine gebrauchte 1,6er Welle???) getauscht wurde. Ich hab es nicht nachgemessen.
Weiß jemand genau, ob es die 1,9er Wellen nun mit UND ohne schrägen Kanten gab??? Ist das Ganze abhängig vom Baujahr(?) und wenn JA, ab welchem Baujahr?
Mir fällt da noch etwas zum Benzindruck ein...
Man könnte mal die Benzinpumpe aus dem Tank ausbauen. Zwischen der Anschlussplatte, die man oben am Tank sehen kann, und der eigentlichen Pumpe, die im Tank sitzt, ist ein Verbindungsstück aus Gummi. Dieses Gummi ist mit 2 kleinen Schlauchschellen befestigt. Es ist in den frühen Gti-Zeiten schon häufiger vorgekommen, dass das Gummi aufgequollen ist und dass dadurch die Schellen das Gummi eingeschnitten haben! So fehlt dann der nötige Benzindruck.
Dann kann ich noch von 2 oder 3, eher ausgefallenen Vorfällen berichten...
Es gab den XU5 und XU9 auch mit Monopoint-Einspritzung. Hier versorgt nur eine Düse alle 4 Zylinder. Diese eine Düse sitzt ein ganzes Stück weiter vorne im Ansaugweg, als die 4 Düsen beim Multipoint-Motor. Die Eingangsöffnungen der Ansaugkanäle am Zylinderkopf waren hier dann auch einfach viereckig. Diese "Nase" nach oben, wie auf dem Bild hier, gibt es dann nicht.
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Die Dichtung zwischen Ansaugrohr und Zylinderkopf hatte demnach auch nur einen viereckigen Durchgang (ohne Nase) bei den Kanälen.
Ich hatte bisher 2 Fälle, bei denen jemand Teile von Monopoint- und Multipoint-Motor, in ungünstiger Kombination eingebaut hatte!
Ich habe mal einen Gti ausgeschlachtet, bei dem die Ansaugbrückendichtung vom Monopoint-Motor eingebaut war! Als ich die Ansaugbrücke abgeschraubt hatte, ist mir sofort aufgefallen, dass in der Dichtung die offene "Nase" fehlt! Man konnte deutlich sehen, dass die Düsen, über Jahre hinweg, gegen die Dichtung gespritzt haben! Dem Besitzer ist das wohl nie aufgefallen, weil er den Wagen von Privat so gekauft hatte. Der Motor lief zwar immer irgendwie, aber die Gemischbildung und somit auch die Leistung, dürften wohl eher schlecht gewesen sein!
In einem anderen Fall, ist es dem Besitzer sehr wohl aufgefallen. Er hatte seinen (1,6er) Gti nämlich vorher so erlebt, wie es sein sollte. Vielleicht kennen einige noch den Totti? Ihm wurde irgendwann mal ein gebrauchter (1,6er) Motor, von einer ehemaligen Peugeot Vertragswerkstatt, in seinen Gti eingebaut. Danach klagte er über mangelnde Leistung. Hier wurde nicht bloß die falsche Dichtung verbaut, sondern gleich der ganze Motor! Die Anbauteile wurden von Tottis Gti übernommen. Die vier Düsen in der Gti-Ansaugbrücke, sprühten fleißig gegen das Aluminium des Monopoint-Zylinderkopfs! Totti kam irgendwann Hilfe suchend bei mir vorbei. Beim ersten Blick auf das Typenschild des Motors, ahnte ich schlimmes! Ich löste kurzerhand die komplette Einspritzleiste und zog sie komplett mit den 4 Düsen aus der Ansaugbrücke. Dort wo eigentlich die Düsen frei in den Kanal einspritzen, blickte ich auf blankes Aluminium! Lediglich im unteren Drittel, war ein kleiner freier Spalt in den Ansaugkanal!
Ich habe hier in den Beiträgen etwas von 30 fehlenden PS gelesen(!)... Es ist vielleicht eher unwahrscheinlich, aber ich würde trotzdem mal die Düsen rausziehen und schauen, ob der Weg frei ist.
Noch ein netter Fall...
Ich habe einen von mir überholten 1,9er Gti Motor zum Verkauf angeboten. Der Käufer meinte, dass sein alter Motor zu wenig Leistung hat und in schlechtem Zustand sei. Ich verkaufte also meinen Motor und sollte diesen dann auch einbauen. Kurz darauf, brachte der Käufer mir seinen Gti.
Bereits vor dem Ausbauen des alten Motors, entpuppte sich der 1,9er als 1,6er Motor! Typenschild: 180A
Er war ziemlich verärgert! Seinem Motor fehlte vielleicht nicht sehr viel, aber schließlich zahlte er seit ein paar Jahren Steuern für nen 1,9er Gti und hatte eigentlich bloß nen 1,6er Motor drin!
Wer dem Typenschild an seinem Motor nicht traut (weil man es recht leicht tauschen kann!) und ein paar Kleinigkeiten kontrollieren möchte, der könnte mal nach einem wichtigen Detail schauen...: Der "echte" 1,9er Gti Motor (D6B 128PS; DKZ 120PS) hat z.B. zwischen Block und Ölwanne einen Alurahmen (grob geschätzt: 15-20mm stark), zwecks Stabilität. Da die Füllmenge des Öls trotzdem die gleiche war, fällt deshalb die Ölwanne, bei den Motoren mit Alurahmen, etwas flacher aus. Alle 1,9er XU-Motoren mit weniger als 120PS, hatten diesen Rahmen (meines Wissens) nicht.
Es gibt zwar noch viele andere Dinge, die den 1,9er Gti Motor von schwächeren XU 8V Motoren unterscheiden, aber die lassen sich entweder recht leicht austauschen, oder sind äußerlich nicht sichtbar! Ich habe aber bisher noch nie erlebt, dass jemand zwecks "Täuschung", diesen Alurahmen umgebaut hat
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@Polini70
Du schreibst, dass der Vorbesitzer den Zylinderkopf demontiert hatte, weil die Kopfdichtung defekt war. Weiter schreibst du, dass in den Zylindern Wasser stand. War das bereits so, als der Kopf demontiert wurde, oder sammelte sich das Wasser durch die Standzeit und dem fehlenden Kopf??? Wie viel Wasser??? Wie lange ist der Vorbesitzer denn mit der defekten Kopfdichtung gefahren?
Verteilerfinger und -kappe... unbedingt mal überprüfen! Besonders die Teile von Ducellier gammeln sehr gerne.
Da war dann noch ne Frage, ob der Aktivkohlefilter damit zu tun haben könnte.
Ich würde den eigentlich ausschließen. Er ist über ein vom Steuergerät gesteuertes Ventil, zwischen Tank und Drosselklappe geschaltet. Das Ganze dient dazu, bei Volllast die Benzindämpfe aus dem Tank, mit in den Ansaugtrakt zu leiten. Bei Volllast (Meldung vom Drosselklappenschalter) wird das Ventil geöffnet.
Wenn der Weg über den Aktivkohlefilter verschlossen wäre, dann würde eben nichts aus dem Tank angesaugt.
Wenn der Aktivkohlefilter undicht/durchgerostet/nicht vorhanden wäre, dann könnte über diesen Weg Falschluft gezogen werden. Das Gemisch könnte abmagern, aber der Querschnitt am Anschluss der Drosselklappe ist recht klein, sodass das Steuergerät über die Werte der Lambdasonde gegenregeln sollte.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Aktivkohlefilter noch dicht und okay ist, ziehe einfach den Schlauch ab, der Richtung Drosselklappe führt und verschließe ihn (z.B. mit einer passenden Schraube). Läuft dein Motor dann besser, wird mit dem Aktivkohlefilter und/oder dem Ventil etwas nicht stimmen.
In einem Beitrag, ging es um die Einspritzdüsen.
Ich habe bisher keine negativen Erfahrungen wegen Alterung gemacht. In meinem eigenen 205 mit Mi16 Motor, fahre ich immer noch die Düsen-> Baujahr 1990.
Bei einem anderen 16V-Umbau, hatte ich mal ein kleines Problem mit einer Einspritzdüse, wegen langer Standzeit. Der Motor lief beim ersten Anlassen nur auf 3 Zylindern. Nach kurzer Diagnose und ein paar mal leicht klopfen auf die entsprechende Düse, lief alles ohne Probleme.
Die Theorie mit der ausgeschlagenen Ventilführung, würde ich auch eher ausschließen.
Selbst mit "wilderen" Nockenwellen, wirkt kaum eine radiale Kraft auf die Ventilführung. Sowas schlägt nicht einfach so aus.
Wichtiger sind dann eher die Dichtflächen an den Ventilen und Ventilsitzen. Wer einen Motor neu aufbaut, sollte diese neu einschleifen, oder besser-> maschinell einschleifen lassen.
Um die Diskussion wegen dem Zahnriemen mit 113 und 114 Zähne etwas zu entschärfen, wollte ich noch kurz etwas anmerken.
Die Anzahl der Zähne des Zahnriemens, hat keinen Einfluss auf die Steuerzeiten! Die Steuerzeiten werden durch den Durchmesser/die Zähnezahl des Nockenwellenrads (bzw. der Nockenwellenräder) und des Zahnrads an der Kurbelwelle bestimmt. Der Rest ist nur eine Sache von Umlenkung und Spannung. Wer seinen Riemen also ordentlich auflegen und richtig spannen kann, der braucht sich keine Gedanken machen. Erst wenn sich der Riemen, bei entsprechend vorgesehener Umlenkung, nicht auflegen lässt, oder die geforderte Spannung nicht erreicht wird, stimmt etwas nicht und es besteht Handlungsbedarf.
So denne...
Grüße!
...der Jörg